Wie Herr Koch den Streetmillboys Zucht und Ordnung beibrachte oder die Wanderung von Hohenstein nach Kemel


4. August 2002



Diesmal hatten wir es mit einer besonderen Wanderung zu tun. Besonders deshalb, weil die Tour erst einmal mit einer Bahnfahrt beginnen sollte.

Entsprechend war der Treffpunkt auch der Dotzheimer Bahnhof, von wo aus die Nassauische Touristikbahn einmal im Monat mit Dampfpersonenzügen nach Hohenstein / Nassau begeisterte Kohlefans bringt. An den restlichen Wochenenden geht es zwar auch mit der Bahn nach Hohenstein, dann allerdings ausschließlich mit einer Diesellok.


Das Ungetüm qualmt schon...



Na ja, aber bevor man zu seinem Platz in der Bahn kommt, da muss man eben einiges wissen. Der schlaue Clubmanager baut vor, kauft die Fahrkarten für eine 17 Personen Gruppe schon einige Tage vorher, reserviert die Plätze und bestellt die Gruppe dann eine viertel Stunde vor Abfahrt zum Bahnhof.

Fast alle waren schon vorher da, die ersten so gegen viertel nach neun, und standen gemütlich vor dem Bahnhof. Lautsprecherdurchsagen verkündeten, dass der dritte Wagen hinter der Lok für uns reserviert sei, so waren wir unserer Plätze sicher. Dachten wir zumindest, doch Herr Koch, seines Amtes Bahnhofsvorsteher und Oberzugführer der Nassauischen Touristikbahn musste uns da eines besseren belehren, als wir mit noch 15 Mann den vor einigen Minuten noch per Lautsprecher als reserviert genannten Wagen besetzen wollten. Wir wären ja wohl viel zu spät, denn wenn der Damfpersonenzug fährt, dann ist man mit einer Gruppe eine Stunde vorher da, das weiß man doch! Nun gut, wir also doch noch in den Wagen hinein gequält, an diversen Kinderwagen vorbei gekrabbelt und erst mal festen Stand gesucht. Wäre da nicht der Organisator der Rhein-Nassauischen- Reservistenvereinigung, der nun das Wort ergriff und die Leute, die mit seiner und unserer Gruppe nichts zu tun hatte, des Waggons verwies.

Herr Koch pfiff zur Abfahrt, wir hatten unseren Platz und los ging es. Nicht ohne immer wieder auf das Thema Herr Koch zu kommen.


Frischluft Fan


Was für ein Tempo...



Anderthalb Stunden später Ankunft in Hohenstein/Nassau und Abmarsch zur Wanderung. Zunächst ein wenig bergauf, dann aber gleich rechts ab am Friedhof vorbei in den Wald hinein. Konzentriert lenkte uns unser Wanderleiter Rainer K. durch den Wald. Knappe 45 Minuten nach dem Abmarsch dann auch die erste Rast, schließlich waren wir der Zugfahrt wegen ja schon recht lange unterwegs, und wer weiß, wie lange das Wetter noch hielt. Nach einer halben Stunde ging es weiter. Sanft ging es nach oben, also diesmal absolut keine anstrengende Tour, im Gegensatz zu den sonstigen. Es folgte noch eine zweite Rast und ein anderer Weg als ursprünglich geplant. So kam es, dass wir das Ziel Kemel nur erahnen konnten, was der Tour aber keinen Abbruch tat, denn das umlaufene Stück hätte nur ein ganzes Stück durch die pralle Sonne bedeutet.



Eine dritte Rast wurde gruppenmässig abgelehnt, so steuerten wir direkt die Hohensteiner Burg an, wo wir nach knapp 14 Kilometer noch eine Rast der Aussicht wegen von etwa vierzig Minuten einlegen konnten, bevor wir uns zur Abschlussrast in den Landgasthof Wiesenmühle begaben.


Auf der Burg



Dort verwöhnte uns Küche und Backstube mit allerlei Leckereien. Um 17 Uhr kamen dann die ersten Ermahnungen, dass wir doch zum Zug müssten, der Stunde wegen. Antwort des CM darauf, dass Herr Koch sowieso nur in Dotzheim sei, also erlaubten wir uns, wieder erst eine viertel Stunde vor Abfahrt an den Zug zu gehen.



Oh nein, wer saß da am Bahnsteig? Herr Koch. Aber diesmal sehr viel freundlicher. Und er erzählte uns auch gleich, welchen Wagen er für uns bereit gestellt hatte. Ende gut, alles gut. Die Rückreise verlief dann etwas ruhiger, der anstrengenden Wanderung wegen. ;-))


Nach der Rush-Hour



Fazit dieser Tour: Leichte Strecke, schöne Tour, gute Wege und um eine Erkenntnis reicher, wie schon beschrieben. Ab sofort gibt es noch die Herr Koch Zeit.

Hotti

Bilder von Ulli