Wanderung im Baybachtal und der Ehrbachklamm


1. und 2. Juni 2002



Diesmal war es eine Mehrtageswanderung der besonderen Art. Warum? Ganz einfach! Das Wetter war so was von gut, so gut, wie wir es bei Jürgens Hunsrückwanderungen noch nicht erlebt hatten. Sonne pur, warm, beide Tage Streckenmässig absolut schön.

Begonnen hatte der Ausflug am Samstag, 01.06.2002, wo wir uns um 10 Uhr in Emmelshausen getroffen hatten. 18 Teilnehmer hatten sich für die Zweitageswanderung angemeldet und 18 Teilnehmer waren auch da. So viele Wanderer hatten sich noch nie zu einer Zweitagestour angemeldet. Fast pünktlich konnten wir los, nachdem auch der letzte der Wanderfreudigen den Weg zu uns gefunden hatte.

Doch halt, da hätte ich beinahe etwas vergessen, denn noch eine Überraschung sollte uns gleich zu Beginn erwarten. Unser Wanderführer Jürgen hatte noch jemanden mitgebracht. Und den, den er da mitgebracht hat, der ist eine echte Bereicherung für unsere Gruppe. Lieb, nett, jung, sieht gut aus. Einfach zum knuddeln. Die meisten sind sofort auf ihn los gesaust und haben ihn erst mal über den Kopf gestreichelt. Hund müsste man sein. Ach ja, er heißt Toni und wird nun anstelle von Flix mitlaufen. Ersetzen kann Toni Flix schon wegen des leiseren Organs nicht, aber das ist ja nicht ganz so dramatisch, denn so kann man mal wieder feststellen, dass jeder nur einmalig sein kann.

Na gut, nachdem ich in meiner Eigenschaft als CM (Clubmutti oder -Manager, sucht euch das passende heraus) das okay für den Abmarsch gegeben hatte, ging es los auf den langen Weg, der nun vor uns lag. Anfangs gingen wir die Strecke sehr gemächlich an, was sich gegen Ende dann doch bemerkbar machte.

Nach einer Weile hatten wir nun das Baybachtal erreicht, was sich daran zeigte, dass wir viele Felsen sahen und so allmählich auch die ersten Seile (nicht für Bondage!!!) in Sichtweite kamen. Von nun an ging es noch etwas langsamer voran, denn mit einer 18- köpfigen Gruppe durch Felsen zu klettern ist nicht so einfach. Am besten hatten es da Toni und Pebbels. Wenn sie nicht mehr weiter wussten, dann mussten eben Herrchens mal ran und den Hund heben. Wobei beide Hundis die Klamm besser hingebracht haben, wie meinereiner.


Immer am Seil entlang

Wenn ich da an so einige Passagen denke, wo ich aus Huch, upps, wupps, hucchhh usw. -Rufen nicht mehr raus gekommen bin. Von den Hunden hörte man da nichts dergleichen. Nun ja, der Weg führte uns dann zur ersten Schmausemühle, wo laut Programm eine Einkehr geplant war. Diese wurde von der Wanderleitung jedoch aufgrund der Zeit abgeblasen. War sowieso nur als Trinkrast angekündigt. Dafür standen wir nun eben vor dem Lokal und warteten auf einen Nachzügler, der sich kurz vor der Mühle abgesetzt hatte und nun Gefahr in Verzug war, dass er sich gar am Ende verlaufen hatte. Zwei aus de Gruppe liefen ihn entgegen und nach etwa einer viertel Stunde Wartens kamen alle drei wohl behalten wieder zu uns zurück. Weiter ging es durch das Baybachtal, wenn es nun auch, bis auf einige Passagen, nicht mehr ganz so heftig war.


Hier gehts abwärts...

Dem eben genannten Tal schloss sich nun gegen Ende noch ein sich zäh ziehender Feld- und Wiesenweg an. Wanderleiter und CM beschlossen aus diesem Grund, dem am Ende des Weges gelegenen Lokal einen Besuch abzustatten, was sich schon wegen des Anblickes des Servierfröileinchens eine Einkehr wert war. Diese Dame war echt gut drauf, nicht so gut, dass wir es nicht schafften, sie nicht zu verwirren. Alles wäre auch nicht so schwierig gewesen, wenn nicht kurz nach uns eine nicht minder große zweite Wandergruppe eine Einkehr beschlossen hätte. Unterschied zu uns: Klar, eine Heterogruppe. Ausschlaggebender Unterschied war, dass es viertel nach fünf war und der Linienbus um halb sechs fahren würde. Deshalb bestellten nur wenige aus dieser Gruppe etwas. Wir hatten ja den Vorteil (?), den Rest der Strecke auch noch zu Fuß zu machen, was wir nach der Einkehr auch machten.

So gegen halb sieben oder 24 km nach dem Abmarsch hatten wir nun das Hotel erreicht. Keine Verletzten am ersten Tag. Alle hatten es gut überstanden. Zumindest bis jetzt, denn der Tag war ja schließlich noch nicht zu Ende.

Als großes Abenteuer erwies sich dann die Abendliche Nahrungsaufnahme. Bereits vor der verabredeten Zeit hatten sich einige von uns im Garten getroffen um etwas zu trinken, da fiel schon auf, dass es sich beim Bestellen um etwas größeres Handeln musste. Aber wir wollen ja nicht pessimistisch sein. Und genau hier passierte es denn auch. Wir sind aufgefallen. Und das kam so. Unser Ingo hatte das Zimmer in der Nähe des Biergartens und winkte mit einem roten Tuch herunter. Daraufhin rief Steff so ein richtig "Männliches" Hallöchen zurück. Die Gäste am anderen Tisch schauten und grinsten.

Für halb acht hatte Jürgen die Tafel bestellt. Bis dahin war auch noch alles in Ordnung. Das Drama nahm seinen Lauf, denn Speisekarten gab es erst eine halbe Stunde später, bis das Essen dann kam, da war es so kurz nach halb neun. Dafür, dass relativ wenig los war, entschieden zu lang. Doch was soll es. Wir sind ja aus Spaß da. Den hatten wir nach dem Essen, denn unser Tisch machte sich nun geschlossen auf den Weg an die Mosel. Die Besetzung des zweiten Tisches blieb sitzen und machte sich später auf den Weg um nach uns zu suchen, fand uns aber nicht. Hatten uns eben zu gut versteckt.

Fast alle Wanderer, denn einer fotografiert ja gerade ;-)

Nach kurzen Kuck-Schau- oh wie schön fanden wir auch ein Mosellokal, wo Rainer K. noch einen Kuchen bekam, Ingo leider kein Kakaöchen, (der Wirt hatte recht, der Cappuccino schmeckte wirklich nach Kakao) und so klang der Abend ganz allmählich aus. Dem ganzen folgte in geschrumpfter Runde noch ein Absacker an der Hotelbar. So kurz vor eins war dann schließlich doch noch für alle die Nacht angebrochen.

Wo gehts jetzt wieder zurück?



Nach dem gemeinsamen Frühstück ging es um halb zehn los. Zunächst einmal Richtung Mosel, dann ganz steil hinauf und schließlich auf einen Moselhöhenweg. Nach einer Weile oberhalb eines Ortes vorbei immer weiter in Richtung unseres eigentlichen Ausgangspunktes, der Ehrbachklamm.

Doch bevor es zum klettern ging erwartete uns noch die Mittagseinkehr. Dies jedoch etwa eine Stunde früher als geplant. So kam es, dass wir punkt zwölf, wie es sich in Deutschland eben gehört, den Mittagstisch ansteuerten.

Heute stand die Ehrbachklamm auf dem Programm, die wir nun direkt hinter dem Lokal fanden. Diese Klamm ist nicht ganz so heftig, wie das Tal, das wir am Samstag gelaufen waren, aber meiner Meinung nach doch noch etwas schöner. Sehr oft am Bach entlang, mit einigen Kletterstellen.

Man muss einfach mal beide Täler gesehen haben und ist dann sicher sehr erstaunt, dass der Hunsrück so schöne Täler zu bieten hat. Leider neigte sich so allmählich auch diese Wanderung dem Ende zu, wobei hierüber einige bestimmt ganz froh waren. Gegen fünf erreichten wir schließlich wieder unsere Autos. Der Sonntag hatte uns etwa 22,5 km an Wanderung beschert.

Fazit dieser Wochenendtour: Mit Sicherheit eine der schönsten Touren, die wir gemacht haben. Zum einen, weil wir schönes Wetter hatten und auch eine gute Gruppe auf die Piste geschickt haben. Zum anderen, weil man so einmal den direkten Vergleich der beiden Täler hatte. Beide Touren hatten wir schon einmal als Tagestour im Programm, das Baybachtal bei Regen, die Ehrbachklamm in anderer Besetzung. Doch diesmal war es am schönsten!

Hotti

Bilder von Jan