Und noch eine Tour im Schnee

Flixens Wanderbericht

4. März 2001

Juhuu, Schnee!!




Na, das war eine schöne Überraschung! Als ich Sonntagfrüh von meinem Thron aus dem Küchenfenster sah, sah ich zunächst nichts, nämlich nur Nebel, und später Schneeflocken und bald darauf Schneeregen und da hab ich telepathisch mal schon die Gräfin gewarnt und deshalb ist Peppels, die Feine, lieber zu Hause auf dem Sofa geblieben. Freilich konnte ich nicht ahnen, dass auch Socks und Archie nicht mit von der Partie sein würden, so war ich der einzige Vierbeiner, der sich mit Jürgen und Peter überpünktlich beim Kloster Marienthal einfand. Nur Ulli, mein Liebling, wartete schon im Auto und hoffte mit uns, dass der Regen aufhören sollte.

Schneeballschlacht muß sein
Literatur im Wald

Und wirklich: kaum war die Männerschar vollzählig, da hörte der Regen auf. Ein Wunder! Vielleicht hat der Heilige Franziskus, dem das Kloster geweiht ist, als Schutzpatron der Tiere mir zuliebe die Wolken umgelenkt!?

Als dann Rainer, unser Mainzer Wanderführer, ob der Wetterbesserung strahlend das Startsignal gab, war auch der hartnäckigste Morgenmuffel überzeugt und so begann die Tour gleich mal mit einem sanften Anstieg der Beine und der Gefühle. Klar, dass ich keine Ruhe gab und heftig an der Leine zerrte, bis Jürgen sich endlich in die Spitzengruppe vorgekämpft hatte. Außerdem bellt es sich in der frischen Waldesluft besonders schön, auch wenn manche Menschenkinder das anscheinend nicht wahrhaben wollen. Dabei schnattern die doch oft wie die Gänse...

Stapf, stapf, stapf ging´s munter voran. Da musste Jürgen schon bremsen, um die Blicke der Boys auf das Viertenbachtal zu lenken, das sich rechter Hand idyllisch ausbreitete und ob einer kleinen romantischen Jagdhütte Frühlingsgefühle wecken konnte. Daran änderte auch nicht das Quatsch Quatsch unter unseren Pfoten, die bald im lehmigen Gelb leuchteten. Mir macht das wenig aus, aber die Zweibeiner jammerten später über nasse Stiefel. Lächerlich!



Rainer schnitzt was...
Ein schwuler Schneemann im Bau

Im Wald lag sogar noch Schnee. Und der Wiesbadener Rainer rollte einen Schneemann zusammen, leider fehlte ihm jedoch die typische Mohrrübe unter dem Bauchnabel.

Sieht der nicht super aus?

Im Grohlbachtal durften wir dann rasten. Da gibt´s für mich immer Leckerbissen. Diesmal bekam ich ein paar Happen vom Schinkenbrötchen ab. Und das war auch nötig, denn Rainer hatte, etwa zur Halbzeit, eine besondere Überraschung parat - eine Klettertour nach dem Motto: über hundert Bäume sollst Du gehen. Kam mir fast wie ein Eichhörnchen vor, nur gut, dass ich von der Leine gelassen wurde, sonst hätte ich Jürgen bestimmt hingelegt. Schade nur, dass er mich gleich wieder fest machte. Denn ich hatte schon herrlichen Wildgeruch in meiner Nase und wäre gar so gern mal für ein paar Minuten ausgebüchst. Denkste!

Kleine Hindernisse halten uns doch nicht auf...


Das Tal zuvor, wie war doch gleich der Name? erstreckte sich linker Hand, mit einem Bach und einer großen Lustwiese (so hörte ich es jedenfalls, weiß aber nicht, wieso eine Wiese lustig sein soll). Bergab ging es dann zu dem Kloster und zu den Autos zurück. Hier teilte sich das Rudel in Sofortheimfahrer und in Kaffeetrinker, der Umtrunk wird gewiss so nett gewesen sein wie die ganze Wanderung, bei der viel gelacht wurde, obwohl diesmal kein Zweibeiner zu Boden ging.


Ach so, Jürgen konnte es nicht lassen und ließ mal wieder seinen Pegasus wiehern. Und erhielt sogar Applaus. Applaus aber auch für Rainer, der alles so gut vorbereitet hatte, dass die traditionelle Verlaufe diesmal ausfallen konnte.

Ist da etwa einer schon müde?

Der Wald, das Wild und die Wandersburschen, alles so recht nach meinem Hundegeschmack. Was macht´s da schon, dass ich am Montag kräftig Muskelkater hatte und dies jaulend kundtat? Auch meine Pfoten machen mir zur Zeit etwas Kummer. Bis zur nächsten Wanderung, die ich schon ausgekundschaftet habe, werde ich hoffentlich wieder auf dem Damm sein. Wau!

Stärkung vor dem Berg


Euer ganz lieber Flix.

Bilder von Ulli