Dem Wildschwein auf der Spur

23. September 2001



Die Wanderung pünktlich zum Herbstanfang führte uns erneut in den Hunsrück. Rainer O. hatte eine Wanderung abseits der Markierungen erkundet und uns nach Dichtelbach nahe Rheinböllen geordert.

So starteten Rainer und ich um viertel vor zehn voller Erwartung bei fast strahlendem Sonnenschein in Erbenheim zu einer Fahrt mit unerwarteten Hindernissen. Zuerst musste ich tanken, und da ich ein sparsamer Mensch bin, führte uns die erste Fahrt zur Esso Tankstelle auf der Boelckestraße in Kastel, weil es dort meist genauso billig ist wie bei Metro. Die Fahrt führte vorbei an der Shell- Tanke, dort noch rasch auf den Preis geschaut und bei Esso festgestellt, dass es da 2 Pfennig mehr kostet. Also die 200 Meter wieder zurück zu Shell, man will ja schließlich sparen, voll Tanken und zum zweiten Mal bei Esso vorbei nach Mainz auf die Rheinallee. Es folgt die Mainzer Rote Welle, die uns halten lässt, wo immer es möglich ist. Irgendwie schaffen wir es dann doch zur A 643 Richtung Koblenz. Doch halt, so einfach ist es dann doch nicht. Vollsperrung der Zubringerspur nach Koblenz wegen Fahrbahnarbeiten, aber eine Umleitung ist ja ausgeschildert..... Geschickt wie der gute Autofahrer nun einmal ist, verlässt er sich darauf, dass die Strecke ausgeschildert ist und fährt Sinnvollerweise gleich die erste Ausfahrt heraus, wo natürlich keine Umleitung ausgeschildert, aber man kennt sich ja aus....

Auf diesen Weg sind wir nach Mainz- Finthen gekommen, doch halt, was ist denn das? Ein Unfall. Vier Wagen einer Sportgruppe sind ineinander gefahren. Aufgrund einiger Erlebnisse in der Kindheit weigert sich Hotti nun, an diesem Unfall vorbei zu fahren, wo es möglicherweise Verletzte gegeben haben könnte! Man weiß es ja nicht. Also wenden und wieder zurück Richtung Autobahn (Autobahn ist doch sowieso der schnellere Weg!), die Auffahrt Richtung Bingen und von nun an lief alles reibungslos. Vorbei am Ingelheimer Flohmarkt, Rainer motzt, weil er diesen gerne noch schnell anschauen wollte nach Rheinböllen, vorbei an einem zweiten Flohmarkt, Rainer motzt wieder, weil wir noch zehn Minuten Zeit für eine Besichtigung gehabt hätten, ich aber nicht halten wollte. Schließlich sind wir etwa eine viertel Stunde vorher schon am Treffpunkt, wo uns unser Wanderleiter schon erwartet.


Für den Riesenventilator war es nicht heiß genug... ;-)



Um elf Uhr sind wir schließlich mit acht Leuten komplett. Ja, wir sind nun wieder in kleineren Gruppen unterwegs. Bei der letzten Tour waren wir zu sechst, diesmal acht, mal schauen, vielleicht steckt ja wieder eine kleine Steigerung drin.

Pause muß sein...




Aber kommen wir nun zu dem, was sich an diesem wunderschönen Sonntag wirklich zugetragen hat. Wie schon geschrieben, beziehungsweise die Vermutung des Lesers es schon geahnt hat, ging es um elf Uhr los zu einer Hunsrückwanderung im Ingelheimer Stadtwald, nur wenige Kilometer von Ingelheim entfernt bei Rheinböllen. Zunächst einmal gingen wir etwas über eine Stunde fast nur Bergauf und gelangten zu den Windkraftanlagen Kandrich, die sich auf einem ehemaligen Militärgelände befinden. Dort hatten wir an einer sehr schönen Stelle den ersten Verpflegungsstop. Nach etwa einer halben Stunde trieb uns unser Leiter zum Aufbruch zusammen und von nun an liefen wir fast nur noch gerade Wege oder Bergab in das Tiefenbachtal und gelangten so bis zu einer Autobahnbrücke. Wahnsinn, wenn man sich so einen Betonklotz mal von unten anschaut, wo ständig viel Autoverkehr drüber geht.

Ist da einer etwa schon müde?




Ach ja, beinahe hätte ich es vergessen, vom Kandrich aus auf dem Weg ins Tiefenbachtal, da hatte Rainer O. einen schönen Schlenker mit eingebaut, um uns eine alte Hütte im Wald zu zeigen. Man konnte in diese Hütte durch ein kleines Guckloch hinein schauen. Dort stand ein alter Korbstuhl und Stroh. Ob da noch jemand lebte, der heute nur nicht zu Hause war? Und genau an dieser Stelle begegneten die Streetmillboys zum ersten Male in der 4 jährigen Wandergeschichte einem Wildschwein, welches wir aber zur Beruhigung nur noch von hinten sahen, wie es sich davon machte. Rehe und einen Hirsch, das hatten wir schon gehabt, aber ein Wildschwein, das war neu. Mir persönlich stockt in solchen Situationen immer ein bisschen der Atem. Okay, ich bin eben sehr sensibel und Ängstlich. Ist aber alles gut gegangen.

Suche nach der Wurzel



Doch kommen wir wieder zurück zur Brücke, von wo wir keine gute Sicht hatten, denn wir standen ja drunter, und meist hat man die beste Sicht von oben. Den steilen Weg hinauf, den wollte denn doch keiner auf sich nehmen. Wir unterquerten also diese Riesenbrücke wanderten erst einmal ziemlich eben weiter, aber nicht mehr sehr lange, denn wie bei Streetmillboys- Wanderungen üblich ging es natürlich wieder nach oben. Ziemlich oben angekommen, legten wir dann die wohlverdiente zweite Pause oberhalb des Guldenbachtales ein. Dort ließen wir es uns bei Tee, Brot, Kaffee und Fleischwurst gut gehen, bevor wir den Endspurt einlegten, der uns wiederum zur Autobahn brachte.

Und weiter gehts...



Diesmal ging der Weg oberhalb der Autobahn weiter. Und diesmal überquerten wir die Autobahn unter Zuhilfenahme einer Fußgängerbrücke. Und weiter bergauf. Aber jeder Berg hat ein Ende, so auch dieser und ziemlich ebenen Weges gelangten wir zur Emmerichs- Hütte, die wir leider rechts liegen ließen und zügigen Schrittes weiter eilten. Weiter ging es auf altbekannten Wegen, die wir bereits am Morgen passiert hatten, wobei wir alle an einigen Stellen einfach weiter gelaufen wären, wenn da nicht Rainer K. aufgepasst hätte.

Um kurz nach halb fünf erreichten wir schließlich wieder die Autos. Nun noch die Schuhe gewechselt und auf ging's zur fröhlichen Abschlusseinkehr, für die Rainer O. in Rheinböllen ein Lokal ausfindig gemacht hatte. Bei guter Küche ging ein schöner Wandertag mit einer gelungenen Wanderung mit besten Wetter zu Ende.

Hotti

Bilder von Ulli