Bei Bodenheim


21.Oktober 2001



Es ist Sonntagmorgen in Deutschland. Für die meisten ein ganz gewöhnlicher Sonntag, nicht aber für 14 Gays und 5 Hunde, die sich alle zu einer Wanderung durch die aus Presse und Fernsehen bekannte Wandergruppe "Streetmillboys" aus Wiesbaden angemeldet haben.

Während andere Leute an diesem Sonntag noch bei Regen im Bett miteinander kuscheln können und sich auf einen gemeinsamen Knuddelnachmittag auf dem Sofa freuen, heißt es für die 14 nun den Rucksack zu packen und sich auf eine große Wanderung vorzubereiten.






Um 11.30 Uhr ist es dann endlich soweit. Natürlich hat es inzwischen zur Freude aller aufgehört zu regnen. Treffpunkt ist der Bahnhofsparkplatz in Bodenheim. Fast pünktlich startet die Meute und es geht zunächst einmal durch Bodenheim, bis wir die ersten Weinberge erreichen und weiter, wie sollte es anders bei uns sein, bergauf.

Nach etwas über einer Stunde die erste Rast. Bis hierhin haben es alle schon einmal geschafft. Doch was ist das? Die Wanderer machen sich freiwillig fertig um weiter zu wandern und dies bereits nach zwanzig Minuten. Nun, das ist schon etwas ungewöhnlich. Na ja, sonst wäre die Frisur vielleicht ruiniert.







Den Weg, den wir an diesen Tag gewandert sind, zu beschreiben, wäre an dieser Stelle zu umfangreich. Wir sind den größten Teil durch Weinberge gelaufen, und hatten dabei sehr oft die Gelegenheit den Rhein aus der Höhe zu betrachten, wie man ihn sonst eigentlich nicht so häufig sieht.

Da fragt man sich, weshalb es auf diesem Flussabschnitt keine Personenschifffahrt gibt, wie man sie im Rheingau findet. Von der Landschaft her würde auch dieses Gebiet sicher einige interessieren.





Auf Wunsch eines Einzelnen erklären sich die beiden Reiseleiter bereit einen Schlenker zur Schwabsburg einzulegen, obwohl diese Strecke nicht vorgelaufen und im Zeitplan berücksichtigt war.

Ich muss nun aber leider zugeben, dass sich dieser Schlenker gelohnt hat, denn von der Burg hatte man einen tollen Fernblick in alle Richtungen. Unplanmäßig wurde an dieser Stelle nun die zweite Rast eingelegt.

Hier trafen wir auf eine andere Gruppe (Heteros), die uns zeigten, wie man so eine Tour richtig plant. Schon auf dem Weg zur Burg hatte uns ein PKW überholt, der sich vor der Burg wieder fand. Vor ihm ein Tisch mit Getränken. Diese Gruppe musste keinen Rucksack schleppen! Nun wisst ihr, was euch im nächsten Jahr bevor steht, wenn ihr eine Tour für uns organisieren wollt.





Nach diesem Schlenker und der Rast erreichten wir nach einer Weile unseren ursprünglichen Weg wieder und waren nun schon etwas verspätet. Der Weg führte nun auf den Rheinhöhenweg, der, wie es der Name schon andeutet, direkt oberhalb des Rheines verläuft. Nun zeigten uns die RaRa's, wo wir eigentlich die zweite Rast halten sollten. In einer Schutzhütte mit Tischen und Bänken, mit Blick auf den Rhein. Wäre auch nicht schlecht gewesen, aber für uns ging es nun weiter. Weiter bis zu einer Stelle hoch über dem Rhein, wo wir nun einen Tankstopp einlegten. Wir waren nun vor Nierstein und unser Ziel, Bodenheim, noch ziemlich von uns entfernt. Da das Lokal für 17 Uhr reserviert hatten, und wir schon abgesehen konnten, dass wir diese Zeit auf gar keinen Fall schaffen konnten, konnte Ralf im Lokal unsere verspätete Ankunft schon mal vermelden.







Und genau an dieser Stelle kam dann wieder dieser verflixte Punkt, wo man all die beneiden konnte, die sich jetzt zuhause auf der Couch rumlümmelten und wahrscheinlich vor einer schönen Tasse Tee und Gebäck saßen und mit dem Liebsten rumknuddeln konnten, denn es fing zu regnen an. Doch dieser Schutt war nur kurz, deswegen können wir uns gar nicht beschweren.

Wie wir denn so des Weges hinab nach Nierstein schritten, da kamen wir an einem Garten vorbei, wo ein Tüftler sich wahnsinnig viel Mühe gegeben hatte. Dort standen Blechfiguren, die Märchen darstellten. Da war zum Beispiel "Der gestiefelte Kater", die Bremer Stadtmusikanten und noch viele mehr. Selbst vor der Türglocke hatte der Tüftler keinen Halt gemacht. Das beste aber war, alle Modelle waren Männlich und bei jedem war ein err. .... zu erkennen. Diese Ausstellung sollte man sich wirklich mal anschauen. Es lohnt sich!



Aber weiter zu unserer Wanderung. Nachdem wir durch Nierstein durch waren, setzten wir zum Endspurt in Richtung Bodenheim an, wo uns Ralf, diplomatisch wie immer, versichern konnte, dass dies der letzte Berg sei, den wir nun erklimmen mussten. Es könnte natürlich sein, dass da noch das eine oder andere Hügelchen sein könne.





War dann aber doch nicht so dramatisch. Wirklich. Gegen halb sechs waren wir schließlich wieder in Bodenheim an den Autos. Noch schnell die Schuhe gewechselt und auf ging es zur Einkehr. Unsere Leiter hatten ein wirklich sehr schönes Lokal ausgesucht, in dem wir die Wanderung noch mal so richtig bei gutem Essen ausklingen lassen konnten.

Fazit dieser Tour: Eine tolle Strecke, sehr abwechslungsreich. Im Herbst allein schon wegen der ganzen Verfärbungen in den Weinbergen. Der Weg führt, wie bereits beschrieben, fast nur durch Weinberge und ist zum größten Teil betoniert, was auch gut so war, denn nach längerer Trockenzeit hatte es ausgerechnet in der Nacht von Samstag auf Sonntag ganz heftig geregnet. Hätten wir mehr Wege auf Feldern gehabt, hätten wir sicherlich ganz schön bematscht ausgesehen.

Auch die Streckenlänge war gut gewählt. Wir sind, reine Wanderzeit, etwas über 5 Stunden unterwegs gewesen. Dazu noch etwa eine Stunde Rast. Kilometermäßig tippe ich auf eine Länge so etwas über 20 km (leider hatte ich mal wieder vergessen meinen Schrittzähler anzuklemmen). Die Wanderung ist außer für den Sommer für jede Jahreszeit geeignet. Hat Spaß gemacht. Noch einmal ein Danke schön an die gut geplante Tour.



Hotti

Bilder von Ting