Nostalgiewanderung

9. September 2001



Vielleicht hatte es sich vorher schon herum gesprochen, dass diese Wanderung unter den besonderen Striezereien von Meister Ulli statt finden sollte. So kam es, dass wir bei dieser wunderschönen Wanderung in Bad Münster am Stein mit 5 Teilnehmern los zogen.

Diese Masse erinnerte uns an die Zeiten, als die Streetmillboys noch im Aufbau waren.
Los ging die Tour Punkt 11, darauf hatte Meister Ulli geachtet und uns auch angetrieben. Wir ärmsten mussten heftige Peitschenhiebe aushalten. Zunächst scheuchte er uns eine steile Straße nach oben, bevor wir dann in einen schmalen Pfad in den Wald einbiegen durften.

Nun ging es mit fröhlichem Sklaven- Gesang immer weiter auf schmalen Pfaden, die wunderschön zu laufen waren, nach oben. Bei einer ersten Rast an einer sehr schönen Aussichtsstelle durften wir uns zum ersten Mal bei Meister Ulli bedanken, dass er uns mitgenommen hatte. Nach kurzer Zeit ging es schon weiter.


Peitschenhiebe unter den Sklaven...



Gegen Mittag hatten wir das Regengebiet erreicht und wir baten unseren Meister, in der Altenbaumburg eine Tasse Schokolade trinken zu dürfen. Der Meister überlegte kurz und gestand es uns schließlich zu, immer unter Beachtung seines Zeitplanes. Dafür sollten wir ihn aber nach der Einkehr tragen. In der Burg tranken wir also eine Tasse Schokolade und erholten uns von der Tyrannei unseres Meisters.

Nach etwa einer Dreiviertelstunde mussten wir dann weiter laufen. Wieder ging es erst einmal nach oben. An der Bismarckhütte lies uns Meister Ulli unter der Bedingung verschnaufen, dass wir alle auf die Knie gingen, und ihm noch einmal für die bisher ganz tolle Strecke dankten. In der Hütte durften wir etwa zwanzig Minuten verschnaufen, dann packte unser Meister seine Peitsche aus und wir mussten weiter rennen. War jetzt aber einfacher, denn es ging flach.

Auf der Suche nach dem richtigen Weg



Und dann passierte es, wir gingen einen falschen Weg, und kamen an einer großen Wiese vorbei, wo wir merkten, dass wir schon arg alt sind. Auf dieser Wiese stand ein Auto, davor drei Jugendliche, übrigens nicht schlecht aussehend. Das Autoradio war ziemlich laut. Als wir uns dem Auto näherten, drehten sie sofort das Radio leiser und grüßten uns. Das ist noch Respekt vor dem Alter.

Wir waren noch ganz hin und weg von dem eben erlebten, mussten aber unter Sangesprotest den Weg fortsetzen. Irgendwie schaffte es Meister Ulli dann doch noch, unseren richtigen Weg wieder zu finden und wir gelangten nach stundenlangem Suchen auf ein windiges Plateau oberhalb von Bad Münster, von wo man eine wahnsinnig tolle Sicht hatte, wo uns der Meister noch einmal eine Pause genehmigte, bevor es richtig stressig wurde.

Traumhafte Aussichten...



Pause hoch droben auf dem Berg



Der Pfad sollte uns nun nach unten führen. Das Problem bestand darin, dass dem Meister der Weg zu felsig war, also mussten wir vier Sklaven den Weg von den Steinen frei räumen und anschließend mit Ästen fegen. Ihr könnt euch sicher vorstellen, was das für uns bedeutete, denn laut Schild sollten es bis ins Tal 650 Höhenmeter sein.

Ein luftiges Plätzchen über den Wäldern

Hütte beim Abstieg



Vollkommen erschöpft hatten wir es aber bis in das Tal geschafft und krochen den Pfad bis zur Fähre. Der Meister wollte nun noch auf die Burg Rheingrafenstein, was wir aber aufgrund von besonders lieber Zuneigung gegenüber unserem Meister letztendlich verhindern konnten.

Eine letzte Rast kurz vor dem Parkplatz ließ uns noch einmal letzte Reserven aufbauen, denn Meister Ulli war nun Müde und wollte bis zum Parkplatz getragen werden, was wir vier Sklaven dann bei den für Wanderungen üblichen Gesängen wohl oder übel machen mussten.

4/5 der Truppe



Gegen viertel nach fünf waren wir wieder an den Autos, mit der Erkenntnis, dass alle, die nicht mit dabei gewesen waren, eine ganz tolle Wanderung verpasst hatten. Sehr schöne Aussichten, schmale Pfade mit alpinen Charakter. Knappe 16 KM Wanderung, die sich in jeder Hinsicht gelohnt haben.

Die Abschlusseinkehr fand dann noch in der Trollmühle in Münster- Sarmsheim statt, wo wir Meister Ulli noch einmal auf seine gelungene Wanderung zuprosten durften.

Hotti

Bilder von Ulli



Gegendarstellung des Meisters:

Die obigen Schikanen sind samt und sonders frei erfunden. (Dichterische Freiheit) Wahr ist vielmehr: Die Sklaven verhielten sich sehr renitent. Aufgrund andauernder Begeisterungsausbrüche angesichts der wunderschönen Landschaft mussten an allen möglichen Stellen zusätzliche Pausen eingelegt werden, die durch andauerndes Herumalbern mutwillig in die Länge gezogen wurden. Zur Strafe musste daher auch das obligatorische Verlaufen ausgedehnt werden. Ätsch!

Zum guten Schluss weigerten sich die Herren Sklaven auch noch vehement, die nur 136 Meter hoch gelegene und durch eine besonders schöne Eisenbahnschwellenrecyclingtreppe hervorragend zugängliche Burg Rheingrafenstein zu erklimmen. Obwohl dafür noch genau 32 Minuten und 15 Sekunden für Aufstieg, Rast und wieder Abstieg zur Verfügung gestanden hätten. Das hätten wir doch locker gepackt...

Unwahr ist auch, das ich getragen worden sei. Wahr ist vielmehr, das der Meister sogar seine Kamera selbst tragen musste. Und seinen Rucksack! Und bei den kurzen Regengüssen auch noch den Schirm selbst entfalten und über sich halten!! Unglaublich diese Zustände, tststs...

Zu den Peitschenhieben ist zu sagen, das die Sklaven sich gegenseitig selbst aus puren Albernheitsanfällen auspeitschten, wie das Beweisfoto eindeutig belegt. Zu keinem Zeitpunkt hat der Meister sie dazu aufgefordert.

Und überhaupt, wenn das bei meiner nächsten Wanderung wieder so einreisst, verkaufe ich Euch einfach an den GOC Rhein-Main, da werdet ihr dann erst richtig gestriezt... und hol mir ein paar neue Sklaven. Hihi...

Meister Ulli